Innovative
Konzepte und Projekte
Fragen
nach der Ermutigung und Bestärkung von Menschen und ihrer Potentiale
interessierten Beate Blank von Kind an. Die Mitarbeit in der Kirchengemeinde
ihrer Eltern war selbstverständlicher und prägender Alltag
ihrer Kindheit und Jugend.
Empowerment als pädagogisches Prinzip lernte sie
in ihrer Erstausbildung zur Erzieherin kennen, ohne dass dies damals
so eingeordnet und benannt worden wäre. In den 1970er Jahren gab
es einen Aufbruch aus den totalitären Strukturen einer weit verbreiteten
lieblosen und gewalttätigen Fürsorgeerziehung. Sie musste
das Festbinden von Kleinkindern und zwangsweises Füttern, einschließlich
von Erbrochenem, Schläge auf den Kopf, ins Gesicht und sexualisierte
Gewalt mit ansehen. Menschenrechtsverletzungen an Kindern und Jugendlichen
wurden von der Gesellschaft nicht als solche wahrgenommen und geahndet.
Die Verantwortlichen duldeten weder fachlich begründete Kritik
an ihrem Erziehungsstil noch einen Hinweis auf die Liebe Jesu und sein
Gebot: Lasset die Kinder zu mir kommen und wehret ihnen nicht; denn
solchen gehört das Reich Gottes (Markus 10, 13-16). Ein Eintreten
für die Menschenwürde und Rechte der Kinder fand in den betroffenen
diakonischen Einrichtungen kein Gehör. Drohungen, Verleumdungen
und erzwungene Entlassungen Andersdenkender hinterließen eine
undurchdringbare Mauer des Schweigens. Aber es gab auch Ermutigung für
junge Auszubildende. Ganz im Gegensatz zur „schwarzen
Pädagogik" dieser Zeit vertrat die Evang. Fach- und Höhere
Fachschule Reutlingen als konfessionelle Ausbildungsstätte
ein Menschenbild, das dem Gleichnis vom Kind im "Reich Gottes"
nahe kam:
Das Kind entfaltet sich spielerisch in einem unerschöpflich
kreativen, liebevollen, zeit- und absichtslosen Raum. Das
spielerische
Experimentieren mit Frei-Räumen
und Materialien aller Art war ein ganz neuer Ansatz und seiner Zeit
weit voraus. Erst heute setzt sich, unterstützt durch die
Forschungsergebnisse der Neurobiologie, die Erkenntnis durch, dass Kinder
mehr wahrnehmen, lernen und wissen als Erwachsene gemeinhin glauben.
In einem liebevoll aufmerksamen Rahmen können sie ihre Potentiale
endecken und tun dies mit großer Freude wie von selbst. Dieser
innovative Unterricht hat die spätere Arbeit von Beate Blank beeinflusst
und sie in ihrem Vertrauen
in die Selbstregulationskräfte des Menschen
nachhaltig bestärkt.
Während der Aufbaujahre ihrer Empowerment
Arbeit mit wohnungs- und arbeitslosen Frauen erinnerte
sie sich an die experimentellen Methoden ihrer Lehrerinnen. Zum Beispiel:
Rythmusinstrumente aus alten Möbeln und Haushaltsgegenständen
herstellen oder sich im Neugestalten eines leerstehenden Gebäudes,
neue innere und äußere Räume aneignen. Aus einer Methode
ihrer Kunstlehrerin, Frau
Krell,
entwickelte sie zur absichtslosen Heranführung an kreativen
Selbstausdruck und zur Aktivierung
von transpersonalen Ressourcen und von Selbstheilungskräften
das Konzept und Verfahren:
Spielerisch-unbewusste
Malprozesse von Gruppen.
Dabei tauchten
„zufällig"
archetypische Symbole und Signaturen
auf. Dieses Ereignis und die Methode beschreibt Beate Blank im Buch
Die
Meerjungfau lernt fliegen.
Wissenschaftlich reflektiert hat sie dieses Verfahren später
an der Universität Tübingen, Institut für Erziehungswissenschaft,
im Fachbereich Erwachsenenbildung,
Transpersonale Pädagogik und gemeinsam mit
der Jungianerin und Lehrtherapeutin, Dr.
Rosemarie Daniel:
„Es gibt ein Gruppen-Selbst, das haben Sie richtig erkannt. Es
hat tatsächlich alle Aspekte des Selbst, heilende und zerstörende.
Sie machen mit dieser Methode das Gruppen-Selbst sichtbar. Damit wird
eine große Integrationschance für Gruppen eröffnet",
so Rosemarie Daniel.
Beate Blank
engagierte sich mit Beginn ihres Studiums der Sozialarbeit an der Fachhochschule
für Sozialwesen Esslingen für Projekte zum Empowerment
von Kindern, Jugendlichen, Frauen und Männern. Ihre Motivation, obdachlosen
Frauen und Kindern eine Zuflucht und Perspektive anzubieten, war auch
geprägt durch ihre frühen Erfahrungen in der Heimerziehung
und durch die Tatsache, dass sie als 18-jährige Praktikantin nicht
die Mittel und Voraussetzungen hatte, den ihr mit anvertrauten Kindern
eine liebevolle und sichere Heimat bieten zu können.
Ab 1977
war sie Mitbegründerin und Vorstandsmitglied des gemeinnützigen
Vereins Arbeiterinnen- und Arbeiterselbsthilfe Stuttgart
(ASH) mit den Vereinsbereichen:
Wohn- und Arbeitsprojekt für Obdachlose,
Gründung 1977.
Pädagogisch betreuter Spielplatz in Stuttgart Hallschlag,
Gründung 1978.
Interessengruppe Sozialhilfe Stuttgart, Gründung
1979.
Mieterinitiative
und Gemeinwesenarbeit Stuttgart Hallschlag, Gründung
1980.
Das erste Haus für obdachlose Frauen und Kinder in der Bundesrepublik,
Gründung
1980.
Beratungsstelle
für besondere Lebens- und Notlagen, Gründung
1984.
Für
jedes dieser ASH-Bereiche gibt es eine Konzeption und eine umfangreiche
Sammlung von Presseberichten und Fotomaterialien, die wir gerne für
Studien- und Forschungszwecke zur Verfügung stellen. Die Vereinszeitschrift
die Selbsthilfe, der Sozialhilferatgeber (Auflagen
1-3), die Broschüre Stuttgarter Häusersterben
(Hrsg. jeweils ASH e.V.) - siehe Literatur
- sowie die Diplomarbeiten von Karl Dehm zur Mieterbeteiligung
in Stuttgart-Hallschlag und von Beate Blank zur Lage von obdach-
und wohnungslosen Frauen in der Bundesrepublik Deutschland und zur Gründung
des Projekts Arbeiterinnen-Selbsthilfe, dokumentieren die Arbeit dieser
Jahre.
Im Winter 1980 initiierte Beate Blank das bundesweit
erste Haus für obdachlose
Frauen und Mädchen
als Selbsthilfeorganisation.
Auch deren Kinder konnten mit im Haus leben. Sie übernahm Verantwortung
für ihre Vision, mit den Frauen gemeinsam - nach deren Bedürfnissen
und Fähigkeiten - eine Heimat auf Zeit zu schaffen. Dazu gehörten alle
wohnungslosen Frauen, auch suchtmittelabhängige oder auf der
Straße umherirrende, psychisch kranke Frauen. Keine wurde wegen
ihrer sozialen und kulturellen Herkunft, Ethnie oder Religion, wegen
Flucht und Vertreibung aus Kriegsgebieten (Ex-Jugoslawien), Illegalität
oder Prostitution, wegen akuter Bedrohung durch einen gewalttätigen
Partner, wegen ihres Alters oder geschlechtlichen Orientierung, wegen
ihrer Kinder oder einer Schwangerschaft, wegen einer Behinderung, Erkrankung
oder anderer Problemlagen abgewiesen. Im demokratischen Verfahren wurde
die Hausordnung festgelegt. So konnten Frauen erstmals in einem Haus
der Wohnungslosenhilfe ihr Leben und ihre Intimsphäre selbst bestimmen.
Sie forderten ihr Recht auf sexuelle Selbstbestimmung ein. Dies beinhaltete
für sie das Erproben eines Zusammenlebens mit einem Partner und
mit ihren Kindern im geschützen Rahmen des Hauses. Damit die neu
erworbene Freiheit nicht vom Gesetz des Stärkeren beherrscht und
zerstört werden konnte, hatten die Frauen das Hausrecht inne. Wenn
ein Mann Gewalt ausübte und Grenzen nicht respektierte, musste
er sofort das Haus verlassen, auch nachts. Die Bewohnerinnen achteten
aus eigener Motivation und Interesse auf die Einhaltung der wenigen,
aber fundamentalen Regeln des gemeinsam ausgehandelten Zusammenlebens.
Darüber hinaus engagierten sie sich aus eigenem Wunsch und ehrenamtlich
rund um die Uhr für andere Frauen in Not. Auch war ihnen die Solidarität
mit obdachlosen Männern ein Anliegen. So organisierten und spendeten
sie zwischen Weihnachten und Neujahr den Bewohnern der Wohncontainer
auf dem Cannstatter Wasen ein warmes Frühstück und setzten
durch, dass in den kalten Nächten einzelne alte und kranke Männer
ihren geheimen Unterschlupf im Haus nicht räumen mussten.
Neben der Betreuung einer Notübernachtung
für Frauen und ihre Kinder wurde die
Wohngruppe für
chronisch psychisch kranken Frauen
zum selbstverständlichen Bestandteil der Hausgemeinschaft. Erstmals
wurde das Experiment des Zusammenlebens, ohne im Haus anwesende ÄrztInnen
oder des nachts zuständige Aufsichtspersonen, gewagt. Ansporn und
Vorbild war die demokratische Psychiatrie Italiens von Dr.
Franco und Dr. Franca Basaglia mit ihrem Slogan
„Freiheit
heilt!".
1982 folgte das
erste Sozialunternehmen für Frauen,
mit sozialversicherten Arbeitsplätzen,
mit verschiedenen Formen der betrieblichen Mitbestimmung (von der wöchentlichen
Vollversammlung bis zum gesetzlich verankerten Betriebsrat) sowie mit
Qualifizierungs- und Ausbildungsangeboten.
Siehe dazu:
Konzeption und Geschichte des Frauenwohnprojektes und Frauenarbeitsprojektes
der ASH e.V..
Mit diesen beeindruckenden Projekten zeigten
obdachlose und rechtlose Frauen der Öffentlichkeit und etablierten
Sozialarbeit, dass ein Zusammenleben in Freiheit, Selbstbestimmung,
Vielfalt und Respekt unter bestimmten Voraussetzungen möglich ist.
Selbstbewusst konnte für das Empowerment-Konzept in der Sozialen
Arbeit und für eine offene Psychiatrie in Deutschland geworben werden.
Das Konzept des gemeinsamen Wohnens, Arbeitens und Lernens eröffnete
vielen Frauen Zugang zu Bildung und Ausbildung und zu einem selbständigen
und liebenswerten Leben. Davon haben ganz unmittelbar ihre Kinder profitieren
können.
Fast alle ASH-Projekte sind
später von Verwaltung und Gemeinderat der Stadt Stuttgart gefördert
worden. Einrichtungen der Wohlfahrtspflege haben die Konzepte übernommen
oder adaptiert. Heute sind sie selbstverständliche Grundlage von
Theorie und Praxis Sozialer Arbeit.
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Ohne
die ASH hätte es nie eine eigene Notübernachtung für
Frauen gegeben!
Jetzt müssen unbedingt Hotelplätze genehmigt werden,
bevor noch mehr Frauen vergewaltigt und ermordert werden!
Zitate aus: die Selbsthilfe Nr.5/1982, eine Zeitschrift
der Arbeiter/innen-Selbsthilfe e.V. (Hrsg.).
(Veröffentlichung nach
einem Mord an einer obdachlosen Frau im Stadtgarten. Daraufhin
hat Stuttgart als erste Stadt in d. BRD jeder wohnungslosen Frau
einen Gasthofplatz genehmigt, das Neefhaus als städtische
Einrichtung eroffnet und die Träger der Wohlfahrtspflege
im Aufbei eines vorbildlichen Hilfenetzes für Frauen unterstützt.)
Stuttgarter Nachrichten 01.06.1982:
Notübernachtung in der Heinrich-Baumann-Str.
17 war völlig überlastet. Frauen ohne Obdach und Unterschlupf.
Arbeiter/innen-Selbsthilfe Stuttgart verlangt "Alternativen"
von Stadt und Gemeinderat.
Stuttgarter Zeitung 28.05.1982: Arbeiter/innen-Selbsthilfe
und Arbeitskreis warnen. Von Obdachlosigkeit zur Prostitution.
Keine Notübernachtungsplätze für obdachlose Frauen.
Zahl von offizieller Seite unterschätzt?
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Foto:
©
Arbeiter/innen-Selbsthilfe e.V.
Das Haus Heinrich-Baumann-Str.17 , ein leerstehendes Fabrikgebäude,
war in den Wintern 1980 und 1981 ständig überfüllt.
In diesem Zeitraum lebten mindestens 110 Frauen und Kinder im
Haus. |
Diese
ehrenamtlichen Pionierjahre wurden maßgeblich von dem
Dipl.-Sozialpädagogen,
Karl Dehm, mitgestaltet
und mitgetragen.
Er brachte die Idee einer von „Staatsknete"
unabhängigen Hilfe zur Selbsthilfe und eines selbstverwalteten
Betriebes für Obdachlose von der Sozialistischen Selbsthilfe
Köln e.V. mit und initierte 1975 die Soziale Selbsthilfe
Stuttgart e.V.. Ohne Wenn und Aber unterstützte er später
den Wunsch von Beate Blank, eine Selbsthilfeorganisation für Frauen
mit aufbauen zu helfen. Auch die ASH-Frauenprojekte sind ohne sein selbstverständliches
Engagement und seine langjährige praktische und ideelle Unterstützung
nicht denkbar.
In den verschiedenen Vereinsbereichen und ASH-Projekten engagierten
sich viele freiwillige Helfer/innen. Vorstandsmitglieder übernahmen
Verantwortung und Spender/innen finanzierten die Aufbauarbeit.
Ihnen allen sei
an dieser Stelle gedacht und von Herzen gedankt!
Einige Vereinsbereiche und Projekte bestehen heute noch oder haben neue
Organisationsformen gebildet. Sitz des Frauenwohnprojektes
ist weiterhin das Haus Heinrich-Baumannstr. 17 in Stuttgart-Ost unter
dem Dach der ASH e.V.. Das stark wachsende Frauenarbeitsprojekt
wurde im Jahr 2000 in das Frauenunternehmen ZORA
gGmbH ausgegliedert. 2004 übergab die ASH
e.V. ihren Gesellschafteranteil an den Förderverein Frauenwerke
e.V.. Der pädagogisch betreute Spielplatz ist seit
2005 mit Dracheninsel e.V. ein eigenständiger Verein und
nun ganz in die Strukturen des Stadtteils Hallschlag integriert. Die
Beratungsstelle für besondere Lebens- und Notlagen und
die Interessengruppe Sozialhilfe mussten leider Ende 2002 ihre
Arbeit ganz einstellen. Die bis zuletzt ehrenamtlich getragene Arbeit
konnte, trotz vieler Jahre anerkannter Arbeit für viele Menschen
in Not, keine politische Mehrheit finden. Im Stuttgarter Gemeinderat
ist ein Förderantrag zwei mal bei Stimmengleichheit gescheitert.
Spenden und befristete Lohnkostenzuschüsse konnten auf Dauer die
Lücken nicht schließen.
Chronologischer Überblick und berufliche Qualifikationen:
Von
1977 bis 1989 war Beate Blank Gründungs- und Vorstandsmitglied
des gemeinnützigen Vereins Arbeiterinnen- und Arbeiterselbsthilfe
Stuttgart. Zugunsten einer Rollen- und Funktionstrennung im Verein
konzentrierte sie sich ab 1987 auf die Geschäftsführung der ASH-Frauenprojekte,
gemeinsam mit der Dipl.-Sozialarbeiterin, Marie-Luise
Stöger, der
Gründerin und Geschäftsführerin von Wildwasser Stuttgart
e.V..
Ab 1992-99 war sie als Geschäftsführerin und sog. besondere
Vertreterin des Vorstandes verantwortlich für das ab 1994
schnell expandierende Sozialunternehmen mit durchschnittlich 130
Mitarbeiterinnen, beschäftigt in 15 Einzelprojekten und
Betriebsbereichen sowie für die Erwirtschaftung eines jährlichen
Haushalts von 2,3 Mio. Euro:
1. Betreutes
Wohnen - mit durchschnittlich 20
Mietverhältnissen, psychosozialer Beratung und einer Rund-um-die-Uhr-Notaufnahme.
2.
Arbeiten und Lernen
- ein Projekt zum Nachholen des Hauptschulabschlusses.
3. Second
Hand Kaufhaus - mit (modularer)
beruflicher Qualifizierung zur Einzelhandelskauffrau.
4.
Verwaltung - mit (modularer) beruflicher
Qualifizierung zur Bürokauffrau.
5. Haushaltsauflösungsservice
- Entrümpelungen, Kleinumzüge,
Hol- und Bringservice.
6.
Recyclingbereich - Wiederverwertung
von Rohstoffen und Konsumgütern, Fixierbadentsilberung, Aluminiumsammlung
im gesamten Stadtgebiet, Recycling-Design, Recycling-Kunst, und anderes
mehr. In den Jahren 1985-1989 wurde das ASH-Frauenarbeitsprojekt,
unter anderem für das stadtweite
Aluminium-
und Fixierbadrecycling,
mehrfach
mit dem Umweltpreis
der Stadt Stuttgart ausgezeichnet.
7. Restaurationswerkstatt
- Aufarbeitung
von Möbeln, Spezialanfertigungen, Stuhlflechterei, Ersatzteile.
8. Fahrradwerkstatt
- Reparatur,
Recyclingproduktion Aus-zwei-mach-Neu und Ersatzteileverkauf.
9. Nähatelier
- Auftragsproduktion, Produktion
nach hauseigenem Design, Kostümfertigung und Kostümverleih.
10. Nudelhaus
- Produktion der hauseigenen Marke
"Roselli"; ein Existenzgründungsprojekt.
11. Mittagstisch und Catering
-Auftragsservice, günstig
und gesund essen aus eigener Küche.
12.Schulungs- und Medien Service
Center - Qualifizierungsprojekt
im Bereich Datenverarbeitung für interne und externe Kursteilnehmerinnen.
13.
Kreativwerkstatt - ein
Angebot zum Entdecken der eigenen kreativen Potentiale im Bereich bildnerisches
Gestalten und Musik.
14. Phönix-Bühne
- ein Kulturprojekt zur Förderung
und Darstellung der Kunst und Talente der Bewohnerinnen und Mitarbeiterinnen
sowie zur Förderung von unbekannten Künstlerinnen.
15.
Beratung,
Bildung und Vermittlung - Betriebliche Soziale
Dienste, Personalentwicklung, Gesundheitsförderung, Erwachsenenbildung,
Aus- und Weiterbildung, Vermittlung in Arbeit, Praktika oder Ausbildung.
Die Konzeption der einzelnen Projekte und des Empowerment Ansatzes,
in seiner geschichtlichen Entwicklung und im Bezug zunm Organisationsentwicklungsprozess
der ASH e.V. sowie in der Einordnung im Diskurs Sozialer Arbeit, wurde
1997 veröffentlicht. Siehe: Konzeption
Arbeiterinnen-Selbsthilfe Stuttgart (ASH) e.V. .
Während
der Zeit des Aufbaus der ASH-Vereinsbereiche und Projekte in Stuttgart-Hallschlag
und Stuttgart-Ost hat Beate Blank ihr Diplom als Sozialarbeiterin (FH)
erworben. Ein Darlehen nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetzes
(Bafög) und eine Waisenrente sicherten in diesen Aufbaujahren sowohl
ihren Lebensunterhalt als auch die Finanzierung notwendiger Betriebsausgaben.
Ihre beruflichen Qualifikationen erweiterte sie ab Mitte der 1980er
Jahre mit einer mehrjährigen therapeutischen Zusatzausbildung
in Atem- und Körpertherapie (Integrale
Leibarbeit) und Transpersonaler Psychotherapie nach
Stanislav und Christina Grof, Leonard Orr, Jack Painter,
Wilhelm Reich, Arthur Janov, Alexander Lowen, C.G. Jung, Milton Erickson
und anderen. Aus dem Ansatz der Transpersonalen
Psychologie, lösungsorientierten Psychotherapie, der
Kunsttherapie und Ressourcen orientierten Arbeit mit Frauen
entwickelte sie später ein niederschwelliges
sozialtherapeutisches Konzept für
die Arbeit mit Frauen.
Mit einem nebenberuflichen Studium der Malerei an der Kunstschule
Nürtingen erfüllte sie sich für kurze Zeit einen
Jugendtraum. Hier schöpfte sie aus dem Glück des Eintauchens
in die Welt der Farben und Formen einen neuen
Zugang zur Förderung
von Kreativität als Ressource. Die
ehemalige Bewohnerin und Mitarbeiterin, Gudrun Schmitz, eröffnete
1996 ihre erste Vernissage in den Räumen der Heinrich-Baumann-Str.
17 im Rahmen unserer Phönix-Bühne.
Heute arbeitet sie als Dipl. Kunsttherapeutin an einer Klinik. Sie sagt:
„Ich
habe erst in der ASH meine Kreativität entdeckt. Diese Entdeckung
hat mir das Leben gerettet."
Bis 1992 hat Beate Blank diese wirkungsvolle
ganzheitliche pädagogische Arbeit praktiziert und dann, zugunsten
einer erneuten Rollen- und Funktionstrennung innerhalb der expandierenden
ASH-Frauenprojekte, abgegeben. Die Kreativwerkstatt
wurde dann von einer Ergotherapeutin und einer Kunsttherapeutin in Ausbildung
geleitet und zu einem beliebten Ort und Angebot für alle Bewohnerinnen
und Mitarbeiterinnen. In das Konzept integriert wurde später das
von einer Dipl. Psychologin begleitete Angebot Gesundheitsförderung
für Frauen.
Für eine Physiotherapeutin wurde ein
Raum für sanfte Massagen und Aromatherapie
eingerichtet. Alle Mitarbeiterinnen konnten während der Arbeitszeit
diese Angebote wahrnehmen. Vor allem die Mitarbeiterinnen des Speditionsbereiches
nutzten unmittelbar nach körperlich anstrengenden Arbeiten diesen
für sie kostenlosen Service. Auch die psychisch kranken und nicht
mehr arbeitsfähigen Bewohnerinnen wurden selbstverständlich
einbezogen und profitierten nachhaltig von diesem niederschwelligen
Zugang zu therapeutischen und gesundheitsfördernden Angeboten.
1993 erhielt Beate Blank ein Stipendium des Bundesministeriums für
Familie, Senioren, Frauen und Jugend für ein internationales
Austauschprogramm von Professionellen: Council
International Programs. Dieser fünfmonatige Studienaufenthalt
in den USA brachten ihr in Theorie und Praxis eine Fülle neuer
Impulse. Ihre Studieninhalte an der Indiana University Purdue University
of Indianapolis, School of Social Work, waren: Social
Planning, Proposal Design, Profit-
and Non-profit Management, Fundraising and
Philanthropy sowie International and Cross-cultural Exchange
Studies. Ihr Praxisbezug war die Beratung von traumatisierten Frauen
nach Gewalt- und sexuellen Missbrauchserfahrungen in einem Councelling
Center for Abused Women und einem Shelter for Battered Women.
Durch ihre Erfahrung in Führungspositionen bekam sie die einmalige
Chance, die Direktorinnen zu begleiten, an den Netzwerkstrukturen von
Frauen in Führungspositionen in Indiana teilzuhaben und deren Strategien
von Women's Leadership and Women's Networking 'von innen' heraus
kennen zu lernen. Auch die Lobbyarbeit der Kolleginnen für eine
Coalition against Family Violence eröffnete ihr andere,
amerikanisch-pragmatische und wohltuend undogmatische
Sichtweisen. Die Mitarbeit und Einbindung in ein Team gab ihr wertvolle
Inneneinsichten und Vergleichsmöglichkeiten. Diese beruflichen
und persönlichen Kontakte bestehen heute noch.
An der Indiana University hat Beate Blank folgendes Mission
Statement in ein Sozialplanungkonzept
(proposal) umgesetzt.
Coalition against Family Violence - Social
Planning Exchange between Indianapolis and Stuttgart: „The
city government Stuttgart, the capital city of the German Baden-Wuerttemberg
federal state is establishing a Mayors Commission against Domestic Violence
and Sexual Assult. There is an urgent need for public education about
the issues of domestic violence and physically, sexually and emotionally
abuse and the cycles of family and societal violence. - And there is
a need in Stuttgart to create linkages between social services which
are dealing with this issues with an aim to setting up a councelling
center serving women of the capital city of Stuttgart like the Councelling
Center for Abusend Women in Indianapolis."
Ihr Planungskonzept wurde nach einer Präsentation an der Indiana
University als sehr gut bewertet. Nach ihrer Rückkehr hat
sie es der der Stuttgarter Sozialbürgermeisterin
Gabriele Müller-Trimbusch,
übergeben. Diese hat wesentliche Inhalte aufgenommen und in den
folgenden Jahren umgesetzt. 1996 informierten sich Studierende
und ProfessorInnen der Indiana University bei der Bürgermeisterin
über den Stand der Stuttgarter Sozialplanung und sozialen Hilfen
und nahmen ihrerseits wertwolle Anregungen in die USA mit. Das transatlantische
Austauschprogramm wurde von Beate Blank als Lehrbeauftragte
der Hochschule für Sozialwesen Esslingen und einer Studiengruppe
an der School of Social Work der Indiana University organisiert,
mit dem Ziel des Aufbaus einer offiziellen Hochschulpartnerschaft.
Im
Zusammenhang mit ihrer Geschäftsführungstätigkeit war Beate Blank beteiligt
an der Weiterentwicklung
der Hilfen zur Arbeit und der
Wohnungslosenhilfe
in Stuttgart und Mitglied des Verwaltungsrates der Arbeitsvermittlung
Stuttgart (SAVE gGmbH). Nach ihrer Rückkehr aus den
USA war es ihr ein Anliegen, den Kooperations- und Vernetzungsgedanken
zu fördern. So initiierte sie 1994 den gemeinnützigen Verein
Fundraising Hallo Arbeit!,
ein Zusammenschluss der Träger der Hilfen zur Arbeit in Stuttgart,
mit dem Ziel eines Träger übergreifenden vernetzten Fundraisings
zugunsten der gemeinsamen Aufgaben und Ziele. Ein vereinseigener Tauschring
sollte einen bargeldlosen Zugang zu Dienstleistungen und ein Forum zur
Markterprobung von Fähigkeiten ermöglichen. Sie prägte
den Begriff „Talente"
für die Währung des vereinseigenen Talentetauschrings.
Der Verein konnte wegen zu starker Eigeninteressen
und Konkurrenz der beteiligten Träger seine Fundraising-Aufgaben
nicht erfüllen. Der Talentetauschring hingegen besteht
heute noch und wird unter dem Dach des Caritasverbandes Stuttgart
e.V. weiter geführt.
Ihr berufsbegleitendes Studium der Erziehungs- und Sozialwissenschaften
sowie empirischen Kulturwissenschaften an der Eberhard
Karls Universität Tübingen nutzte sie zur wissenschaftlichen Reflexion
ihrer Arbeit und Empowermentansatzes. Das Studium schloss sie mit einem
Diplom in Erziehungswissenschaft ab.
Von 2002-03 hatte Beate Blank für 3 Semster eine Professurvertretung
an der Hochschule Esslingen, Fakultät für Soziale Arbeit,
Gesundheit und Pflege inne. Seit 1988 ist sie Lehrbeauftragte
an verschiedenen Hochschulen. Ihre Lehrgebiete sind: Organisationswissen
und Organisationsentwicklung. Empowerment und Empowermentprozesse. Ressourcenförderung
und Ressourcenmanagement. Aktivierungs- und Beteiligungsverfahren. Quartiersmanagement
und Gemeinwesenarbei. Soziale
Arbeit in den Bereichen Arbeitslosigkeit, Wohnungslosigkeit und Armut.
Arbeit mit (benachteiligten) Frauen.
Von 1997
bis 2008 vertrat sie die Hochschule ehrenamtlich als Vorstandsvorsitzende
des Vereins der Freunde und Förderer der Fachhochschule Esslingen.
Im Zuge der Fusion der Hochschulen für Sozialwesen und Technik
übernahm sie Verantwortung für die Gestaltung des Übergangs
in die Strukturen des Vereins der Freunde der Hochschule (VdF).
Dieser repräsentiert nun die gemeinsame Alumniarbeit und Förderung
aller Fakultäten der Hochschule Esslingen. Dem VdF gehört
sie seit 2008 als Beiratsmitglied an.
Während
ihrer langjährigen Geschäftsführungstätigkeit hat
sie zahlreiche Fortbildungen in Betriebswirtschaft
und Unternehmenführung
unter anderem an den Universitäten Tübingen
und Stuttgart-Hohenheim besucht. Diese waren später wichtige
Grundlagen zur Vermittlung von Organisationswissen
in Lehre und Beratung sowie zur Gründung des Beratungsbüros
empowerment consulting® als ein
soziales Unternehmen.
Die ab
1999 folgenden innovativen Konzepte und Projekte finden Sie
unter: http://www.empowerment-consulting.de
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